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Radmarathon Bern-Bodensee-Bern vom 5./6. Juli 2002

Die mentale Seite einer solchen Fernfahrt


Verfasst am 15.12.2002 von Patrick Mayer WG 1b; Wirtschaftsgymnasium Bern-Kirchenfeld, Maturarbeit 2003; eingereicht bei K. Eggenberg, Turnlehrer

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Rückblende

3. Vorbereitung

4. Der Marathon

5. Die mentale oder psychische Seite des Velorennens

6. Auswertung des Fragebogens

7. Dank

8. Quellen- und Bildverzeichnis

1. Vorwort

Der Radrennsport hat in den letzten Jahren an Popularität verloren. Schuld daran sind unter anderem die skandalösen Dopingfälle im Giro d’Italia und in der Tour de France. Aber auch das Aufkommen von Trendsportarten trägt dazu bei, dass diese Sportart mehr und mehr in den Hintergrund verdrängt wird.

Wie komme ich, Patrick Mayer, nun dazu, einen Radmarathon über 614 Kilometer zu fahren. Gäbe es doch viele andere Sportarten, die genau so viel Spass machen, aber viel weniger anstrengend sind! Der Radrennsport interessiert mich schon seit längerer Zeit, das heisst ungefähr seit vier Jahren. Da ich von Enggistein nach Worb in die Schule gehen musste, in Enggistein wird nur bis zur sechsten Klasse unterrichtet, fuhr ich schon damals automatisch viel Velo. Der spätere Wechsel in das Gymnasium Kirchenfeld Bern war schlussendlich ausschlaggebend, dass ich zum jetzigen Zeitpunkt relativ intensiv Velo fahre. Schon Mitte Quarta fing ich an, jeden Tag mit dem Velo in die Schule zu fahren. Die Distanz eines Weges beträgt ca. 13,7 Kilometer. Anfangs fuhr ich noch mit einem Mountainbike in die Schule, aber schon bald einmal wurde mir klar: Entweder ich kaufe ein Rennfahrrad oder ich gehe wieder mit der Bahn in die Schule. Der Entscheid fiel mir dann nicht schwer und das nötige Kleingeld war glücklicherweise auch vorhanden. Also kaufte ich beim Velogeschäft "Mr. Feelgood" in Worb ein gutes Rennfahrrad. Seit diesem Zeitpunkt fahre ich ca. 200 bis 300 Kilometer in der Woche, abhängig vom Wetter und der Zeit, die ich zur Verfügung habe.

Wieso ich den Radrennsport so mag? Mich fasziniert, wie zum Beispiel ein Lance Armstrong die Tour de France (TdF) bisher viermal gewinnen konnte, nachdem ihm die Ärzte noch eine Überlebenschance von ca. 3% gegeben haben. Lance hatte Hodenkrebs. Ein anderer wichtiger Punkt sind für mich körperlichen Grenzen. Seine eigenen Grenzen zu überwinden stellt für mich eine grosse Herausforderung dar. Ein Beispiel dafür ist der Mittwoch: Wenn ich nach dem Schulsport Tennis spielen gehe, danach Tennistraining gebe, schliesslich noch Konditionstraining vom Tennis aus habe (natürlich rennen wir auf den Gurten...) und danach noch von Bern mit dem Velo nach Hause fahren muss. Schon oft ging ich an meine körperlichen Grenzen. Manchmal sogar darüber. Total ausgepowert zu Hause angekommen, erlebe ich eine Art von Glücksgefühl. Ich weiss, ich konnte nicht mehr schneller, ich habe alles gegeben.

Diese Punkte waren schliesslich auch ausschlaggebend, dass ich zum zweiten Mal am Radmarathon "Bern-Bodensee-Bern" teilnehmen wollte. Dieses Mal wollte ich allerdings durchfahren. Das heisst in der Rennhälfte nicht übernachten, sondern ohne Schlaf weiterfahren. Ich wollte ja eine Steigerung gegenüber dem ersten Jahr haben, wo ich in der Rennhälfte geschlafen hatte und am zweiten Tag den Marathon zu Ende gefahren bin.

Der diesjährige Ausgang des Marathons ist Teil des Inhaltes dieser Maturarbeit. Ausserdem zeige ich auch die mentalen bzw. psychischen Faktoren eines solchen Rennes auf, die eine wichtige Rolle spielen bei der Bewältigung einer solch schwierigen Aufgabe.

Patrick Mayer

2. Rückblende

Es war ungefähr Anfangs März 2001, als ich mich entschied, einen Radmarathon über 614 Kilometer zu fahren. Der Name dieses Radmarathons: Bern-Bodensee-Bern. Damals wollte ich eine wirkliche Herausforderung. Ich wollte beweisen, dass ich als jüngster Teilnehmer diesen Marathon beenden kann. Und so bereitete ich mich auch dementsprechend darauf vor. Fast regelmässiges Training stand auf dem Plan.

Schon eine Woche vor dem Start war ich nervös, sehr nervös. Doch am entscheidenden Tag konnte ich alle meine Ressourcen ausschöpfen. In der Mitte der Fahrt legte ich eine Verschnaufpause ein Ich schlief etwa 5 Stunden. Den zweiten Tag absolvierte ich auch mehr oder weniger ohne Probleme. Gegen Ende spürte ich die Müdigkeit nicht mehr und ich radelte einfach so dahin. Schliesslich erreichte ich überglücklich das Ziel. Ich hatte es geschafft, 614 Kilometer und 34.5 Stunden nachdem ich diesen Ort verlassen hatte, kam ich wieder im Wankdorf an.

Nach einigen Tagen der Erholung wurde mir schnell klar, dass ich dieses verrückte Event wiederholen musste. Aber das zweite Mal wollte ich durchfahren, ohne Schlafpause in der Mitte der Tour. Es sollte ja schliesslich eine neue Herausforderung sein. Und so sehnte ich sehnlichst den Tag herbei, an dem es wieder heissen sollte: Aufsatteln, es gilt 614 Kilometer zurückzulegen!

3. Vorbereitung

"Ein Radmarathon stellt eine große körperliche und mentale Herausforderung dar. Fehler bei der Vorbereitung oder Kräfteeinteilung rächen sich schmerzlich und können zur Aufgabe führen."

Ich wusste, wenn ich diesen Marathon ohne Pause durchstehen wollte, musste ich mich besser und vor allem auch anders vorbereiten. Das hiess für mich nicht nur körperlich mehr trainieren, sondern ich musste auch mental und psychisch gut auf den Marathon vorbereitet sein, damit ich allfällige mentale Tiefs würde überwinden können.

3.1. Die körperliche Vorbereitung

Das körperlich Training unterschied sich bis einen Monat vor der Tour nicht gross von der letztjährigen Vorbereitung. Natürlich fuhr ich jeden Tag in die Schule und zurück, was immerhin schon 125 Kilometer in der Woche bedeuten. Zusätzlich kamen auch kleinere Ausfahrten unter der Woche, meistens Dienstags oder Donnerstags, dazu. Diese führten um den Thunersee (ca. 80 Kilometer), über den Schallenberg (ca. 70 Kilometer) oder eine schnelle Runde durchs Emmental (ca. 40 Kilometer), bei der ich aufs Tempo drückte, so dass ich am Ende eine Durchschnittsgeschwindigkeit von mind. 35 km/h hatte. Wie gesagt, so trainierte ich bis einen Monat vor dem Marathon. Allerdings waren auch einige Unterbrüche enthalten, bedingt durch anhaltende Schlechtwetterperioden oder der Studienreise. Einen Monat vor dr Tour musste ich das Velo in den Service geben. Durch die Abnutzung der Laufräder musste ich neue bestellen. Dies dauerte eine ganze Weile. Bis ich dann das Rennvelo vom Mechaniker abholen konnte, war fast ein weiterer Monat vergangen. Einen Monat ohne konstantes Training. Ich fing an, mir ernsthafte Gedanken über meinen Fitnesszustand zu machen. Schliesslich hatte ich aber das Gefühl, dass ich recht gut in Schuss war und beschloss, den Marathon immer noch ohne Schlafpause zu absolvieren.

3.2. Die mentale Vorbereitung

Weil ich mir bewusst war, dass ich mich auch psychologisch gut auf den Marathon vorzubereiten hatte, machte ich mich zuerst mal auf die Suche nach guter Literatur. Ich wurde in der Buchhandlung "Stauffacher" fündig. Dort kaufte ich mir zwei Bücher mit dem Titel "Die neue mentale Stärke" von James E. Loehr und "Flow im Sport" von Mihaly Csikszentmihalyi. Details zu diesen zwei gelesenen Büchern werden später folgen.

3.3. Der materielle Aufwand

Was es natürlich auch noch vorzubereiten gab, war die ganze Verpflegung, den Fragebogen für die anderen Teilnehmer (siehe Kapitel 6), die Informationen für mein Begleitfahrzeug, die Beobachtung der Wettervorhersagen, die technischen Mittel, die ich für diese Maturarbeit während dem Marathon nutzen wollte.

Auch der finanzielle Aufwand ist bei einem solchen Anlass nicht zu vergessen. Allein die Teilnahmegebühr kostete Fr. 250.-! Dazu kamen noch Verpflegungskosten von ca. Fr. 150.- für Energieriegel, Traubenzucker und isotonische Getränke. Für das Ersatzteile wie neue Schläuche, Bremsklötze, Kettenöl, Bremskabel, Schaltkabel usw. gab ich nochmals ca. Fr. 100.- aus. Nicht zu vergessen sind die ca. Fr. 150.- für die technischen Hilfsmittel. Ich kaufte ein Mikrofon, das alles auf einen Minidisc-Recorder aufzeichnen sollte (leider funktionierte dies nicht), dazu musste ich ausreichend Minidiscs kaufen, zusätzliche Akkus für den Minidisc-Recorder, Batterien für das Licht und schlussendlich auch noch Photofilme. Alles in Allem kostet mich dieser Spass, nebst den körperlichen und mentalen Qualen, rund Fr. 650.-! Nicht eingerechnet sind hier die Kosten für den Vollservice und die neuen Laufräder.

Somit war die Vorbereitung abgeschlossen und der Tag der Wahrheit stand vor der Türe. Anders als im ersten Jahr, war ich dieses Jahr kaum nervös. Dieser Umstand beunruhigte mich allerdings ein wenig. Vor einem solchen Wettkampf müsste eigentlich Nervosität aufkommen.

Jetzt galt es die 614 Kilometer unter die Räder zu nehmen und mich durchzubeissen. Im Vorfeld freute ich mich am meisten auf die Nachtfahrt und hoffte vor allem während der Nachtfahrt auf schönes Sommerwetter.

4. Der Marathon

Überblick

Abb. 1: Streckenplan der gesamten Strecke über 600 Kilometer mit den verschiedenen Checkpoints

1. Checkpoint: Waldshut (CH)
2. Checkpoint: Koblenz (CH)
3. Checkpoint: Ewattingen (D)
4. Checkpoint: Ramsen (CH)
5. Checkpoint: Rheineck (CH)
6. Checkpoint: Sargans (CH)
7. Checkpoint: Pfäffikon (CH)
8. Checkpoint: Emmenbrücke (CH)
9. Checkpoint: Affoltern i. E. (CH)
10. Checkpoint: Bern, Wankdorf (CH)

Abb. 2: Streckenprofil der gesamten 600 Kilometer

Auf der oberen Grafik sieht man, wie der Verlauf der Route aussah. Im Vergleich zum letzten Jahr war die Streckenwahl annähernd identisch. Die einzelnen Streckenabschnitte waren jeweils mit sogenannten Checkpoints getrennt. Dort muss man das Roadbook vorzeigen, damit die Helfer einen Bestätigungsstempel machen können. Dieser dient als Beweis, dass die korrekte Strecke abgefahren wird. An diesen Checkpoints gibt es jeweils auch Verpflegung. Dazu gehören Sandwichs, Boullion, Getränke und Energieriegel. Bei Checkpoint 3, 6 und 7 gibt es zusätzlich noch Teigwaren, allerdings nur gegen Bezahlung. Checkpoint 5 ist die Mitte der Fernfahrt und dort kann man auch schlafen.

Wie man an der Profilgrafik erkennen kann, ist der gesamte Marathon relativ flach. Auf den 614 Kilometer legt man "nur" gerade 6596 Höhenmeter zurück. Allerdings hatten diese Höhenmeter so ihre Tücken, aber darauf komme ich noch später zu sprechen.

1. Etappe

07.30 Uhr, mein Wecker riss mich unsanft aus meinen relativ ruhigen Schlaf. Mit einem Schlag wurde mir bewusst: Heute ist der Tag der Bewährung. Ich spürte, meine Beine waren fit, und mit strahlendem Sonnenschein spielte auch das Wetter mit. Nach einer gehörigen Portion Teigwaren begab ich mich auf den Weg Richtung Wankdorf. Dort sollte ich mit Alphonse Fivaz und Danielle Hofer zusammentreffen. Alphonse ist auch in meiner Klasse am Gymnasium Kirchenfeld Bern. Danielle ist eine Kollegin von Alphonse und von mir. Sie bildeten das Begleitteam und unterstützten mich während der ganzen Fahrt vom Auto aus. Nach der Anmeldung und den letzten Vorbereitungen konnte es endlich losgehen.

Abb. 3: kurz vor dem Start im Wankdorf

Abb. 4: das Startgelände im Wankdorf

Von Bern aus fuhr ich zuerst Richtung Solothurn. Die erste kleine Steigung war das Grauholz. Natürlich hatte ich noch keine Probleme und so fuhr ich munter Richtung Waldenburg, wo der erste Checkpoint war. Doch schon nach 25 Kilometer hatte ich die erste Panne, einen Platten. Zwar konnte ich den Schaden relativ schnell beheben, aber ich verlor dabei schon etwa 10 Minuten und die wollte ich anschliessend wieder aufholen. So fuhr ich etwas schneller, was im Nachhinein gesehen nicht gut war. Sonst lief alles nach Plan. Ich hatte auch keine Probleme, den Streckenverlauf zu finden. Gegen Schluss der ersten Etappe kam dann die grosse Steigung, der Hauenstein. Aber auch hier fuhr ich ohne grosse Probleme hinauf. Danach konnte ich die kurze Abfahrt Richtung Waldenburg geniessen. Am Checkpoint verpflegte ich mich ein wenig und füllte mein Reparatursäckchen wieder auf.

Abb. 5: Verlauf 1. Etappe Abb. 6: Profil der 1. Etappe

2. Etappe

Im zügigen Tempo nahm ich die Weiterfahrt Richtung Koblenz, das 2. Etappenziel, auf. Mit 40 km/h fuhr ich Liestal entgegen. Der anschliessend flache Streckenabschnitt bis Koblenz war mühsam und ich hatte schon früh meine ersten mentalen Probleme. Ich wusste noch genau vom letzten Jahr, wie sich das Teilstück in die Länge gezogen hatte und nicht enden wollte. Und so spürte ich auch meine Beine früher als sonst, nämlich schon nach 100 Kilometer. Glücklicherweise hatte ich noch Musik. Die machte das auf diesem Abschnitt eintönige Velofahren erträglicher. Ich war heilfroh, als ich in Koblenz ankam und teilte meinen Unmut sogleich dem Begleitfahrzeug mit. Ich beruhigte mich wieder und bereitete mich auf die 3. Etappe vor.

Abb. 7: Verlauf der 2. Etappe

3. Etappe

Als erstes Stand der Grenzübergang vor der Türe. Dies stellte natürlich kein Problem dar. Die nächste Etappe stand ganz im Zeichen der Schönheit vom Schwarzwaldgebiet. Von dieser Schönheit bemerkte ich allerdings nicht viel, da ich mich auf das Fahren konzentrieren musste. Zuerst verlief die Strecke auf einer Hauptstrasse mit viel Verkehr, dabei musste man den Radweg benutzen, wobei Unterführungen und scharfe Kurven immer wieder den Rhythmus brachen, was mir überhaupt nicht zusagte.

Der härteste Teil dieser Etappe war ohne Zweifel die fast 30 Kilometer lange Steigung. Zwar waren es nur etwa drei bis vier Steigungsprozente, aber nach 140 Kilometer merkte ich diese drei bis vier Prozente enorm stark. Es war ein richtiger

Abb. 8: Fahrt durch den schönen Schwarzwald

Kampf und ich begann die Meter abzuzählen, die ich noch bis zum nächsten Checkpoint zurückzulegen hatte. Schlussendlich brachte ich die Steigung erfolgreich hinter mich und ich konnte wieder etwas bergab fahren, Richtung Ewattingen. Hier musste ich den Checkpoint schon fast erklimmen. Es ging einen Naturweg hinauf zu einem abgelegenen Sportplatz. Was hatten die Organisatoren wohl bei der Auswahl des Ortes für den Checkpoint gedacht? Heilfroh, am Checkpoint angekommen zu sein, sinnierte ich nach, wie es weitergehen sollte. Ich fühlte mich schwach, körperlich wie mental und mir stand der wohl schwierigste Teil des Rennes bevor. Der Blumberg mit bis zu 18 Prozent Steigung, und das nach 180 Kilometer. Nach reichlichen Überlegungen und motivierenden Worten vom Begleitteam, entschloss ich mich zur Fortsetzung.

Abb. 9: Verlauf der 3. Etappe Abb. 10: Profil der 3. Etappe mit Steigung nach Bonndorf

4. Etappe

Zur Erhohlung konnte ich zuerst eimal bergab fahren, doch leider nicht allzu lange. Nach kurzem Geradeausfahren, stand ich vor einer Wand, die einen Namen hatte und mir auch wohlbekannt war. Letztes Jahr hatte ich an dieser Wand Wadenkrämpfe bekommen, aber ich hatte mich dennoch hinaufgekämpft. Blumberg, ich werde dich auch ein zweites Mal besiegen, und dieses Mal sogar ohne Wadenkrämpfe nahm ich mir vor und fuhr topmotiviert in die Steigung hinein. Ich fuhr langsam aber regelmässig. Und plötzlich war ich oben, schneller angekommen als ich zu wagen hoffte.

Abb. 11: der Kampf hinauf zum Blumberg

Nach dem Blumberg konnte ich mich ersteinmal ausruhen. Die Strecke verlief realativ flach, und ich spürte langsam, dass ich ins Rennen gefunden hatte. Ich fuhr einfach dahin, ohne etwas zu spüren. Genau diesen Zustand hätte ich mir schon früher gewünscht. Nach der letzten Steigung radelte ich nur noch bergab oder geradeaus Richtung Ramsen. Der Blick auf die Stoppuhr verriet mir, dass ich mich ein wenig hinter dem Zeitplan befand. Bis dahin waren rund 10 Stunden vergangen. Trotzdem hielt ich an meinem Tempo fest. Ich wollte nichts forcieren. Ziemlich müde kam ich dann in Ramsen an, dem vierten Etappenziel. Nach einer etwas längeren Pause als sonst fuhr ich weiter.

Abb. 12: Profil der 4. Etappe mit der "Wand" Blumberg

5. Etappenort, Halbzeit

Der Anfang dieser Etappe stand unter keinem guten Stern. Schon kurze Zeit nach Wiederaufnahme des Rennens verpasste ich eine Abzweigung und ich fuhr etwa 10 min in die falsche Richtung. Glücklicherweise bemerkte ich den Fehler noch relativ früh, so dass ich nicht allzu viel Zeit verlor. Wieder auf dem richtigen Weg, durfte ich erkennen, dass auch noch andere mit der Wegweisung Probleme hatten.

Zum ersten Mal während dem Rennen konnte ich mit einem Leidensgenossen fahren. Und dieser war kein anderer als ein Qualifikant für das RAAM. Dies hatte für mich den ungemeinen Vorteil, dass ich mich ans Hinterrad klemmen konnte. So konnte ich Kilometer für Kilometer im Windschatten mit 40 km/h hinterherfahren. Und so wurde die vermeintlich schwere Etappe zur besten Etappe von allen. Für die 76 Kilometer benötigte ich knapp zwei Stunden.

Abb. 13: erneutes Aufsitzen bei Nacht nach der Halbzeit

Dies motivierte mich sehr und ich schaute positiv auf die nächste Etappe. In der Rennhälfte angekommen, gönnte ich mir eine ausgiebige Pause. Ich spürte sehr wohl, dass ich schon über 12 Stunden mit dem Velo unterwegs war.

Nach einer anständigen Pause, guter Verpflegung und motivierenden Worten von Alphonse und Danielle schwang ich mich wieder aufs Rennrad. Es sollte nun der zweite Teil des Rennens beginnen. Die Nachtfahrt, die eine ganz neue Erfahrung für mich war und mit dem Kampf gegen den Schlaf verbunden war.

Abb. 14: Verlauf der 5. Etappe entlang dem Bodensee

6. Etappe

Zu meinem Erstaunen konnte ich relativ unbeschwert weiterfahren. Mit zügigem Tempo fuhr ich Richtung Sargans. Ich wusste noch vom letzten Jahr, wie die Streckenführung aussah und ich freute mich auf diese Etappe.

Schon kurze Zeit nach dem Start musste ich neues Licht haben. Die Batterie des Vorderlichtes hatte keine Energie mehr. Gut, erstes Problem gelöst, doch das zweite folgte sogleich: Eine Umleitung! Zuerst fuhr ich in die falsche Richtung. Als ich dann die richtige Strasse gefunden hatte, erwies es sich trotz Vorderlicht sehr schwierig, die Strasse zu sehen. Es war einfach schwarz. Glücklicherweise sah ich mein Beifahrerauto vor mir und so konnte ich mich an diesem orientieren.

Von nun an verlief die Fahrt ohne weitere Probleme. Ich genoss ganz einfach die kühle Landluft und konnte beruhigt feststellen, das die Luft weder in Österreich noch im Fürstentum Lichtenstein anders ist als bei uns in der Schweiz. So durchfuhr ich die Nacht. Mit den Gedanken bereits am Kerenzerberg, der grossen Herausforderung der nächsten Etappe. Zum Schluss hatte ich noch einige Probleme, den Checkpoint zu finden, was mich jedoch nicht gross störte.

Verpflegung war angesagt. Die Müdigkeit machte sich breit und ich schaute in die Runde: Hier ein Gespräch zweier Fahrer über die letzte Etappe und wie sie weiterfahren wollten, dort ein eingenickter Fahrer am Tisch und immer wieder die Frage der Aufgabe, die in der Luft zu hängen schien. Ich fasste neuen Mut und neue Motivation und fuhr weiter...

Abb 15: Verlauf der 6. Etappe durch Österreich und das Fürstentum Lichtenstein

7. Etappe

Wie konnte es anders sein: Kurz nach dem Start begann es zu regnen und zwar nicht gerade leicht. Böse Erinnerungen kamen in mir auf und mir graute schon jetzt vor der Vorstellung, wie es auf der anderen Seite des Kerenzerberges aussehen würde, und wie der Aufstieg nach Einsiedeln zu schaffen wäre bei solchem Wetter und der immer grösser werdenden Müdigkeit.

In diese Gedanken versunken stand ich plötzlich am Fusse des Kerenzerberges. Da ich eher ein Bergfahrer bin, hatte ich keine grosse Angst vor dieser Steigung. Trotzdem ging ich mit dem nötigen Respekt hinein. Ich war einsam auf der Strasse, weit und breit kein anderer Fahrer. Ohne grösseren Schwierigkeiten brachte ich auch diese Steigung hinter mich. Für die Abfahrt galt es nun höchste Konzentration zu sammeln, damit nicht noch ein Sturz geschehen konnte. Ich fuhr, den Umständen entsprechend, vorsichtig den Berg hinunter. Da, plötzlich eine Bodenwelle, etwas flog durch die Luft. Ich griff sofort in die Bremsen und stellte fest, dass ich kein Vorderlicht mehr hatte. Mein Begleitfahrzeug leuchtete mir von nun an freundlicherweise die Strasse aus, was mir sehr zu Hilfe kam.

Sicher kam ich unten auf der anderen Seite des Kerenzerberges an und mir stand ein flaches Stück bevor. Doch dieses flache Stück schien immer länger zu werden und ich sehnte den Checkpoint herbei. Endlich fuhr ich in Pfäffikon ein. Völlig durchnässt und übermüdet betrat ich die Unterkunft. Das Bild, das sich vor meine Augen auftat war beunruhigend. Der ganze Gang war belegt mit Personen. Schliesslich kämpfte ich mich vorsichtig durch und fand auf der Treppe einen Platz zum sitzen. Dort wechselte ich dann auch die Kleider und verpflegte mich anständig. Zudem nahm ich noch zwei Tassen Bouillon zu mir. Ich war am Ende, konnte nicht mehr. Als ich mich schlussendlich doch erhob um weiterzufahren, war ein gute Stunde vergangen. Ich wusste, der bevorstehende Aufsteig nach Einsiedeln ist der härteste von allen und ich hatte riesigen Respekt davor.

Abb. 16: Profil der 7. Etappe mit der Steigung "Kerenzerberg"

8. Etappe

Nun stand ich also ein zweites mal vor dem Aufstieg nach Einsiedeln. Nur diese Mal hatte ich kein Zugpferd wie letztes Jahr. Zudem regnete es immer noch in Strömen, was auch nicht sehr motivierend war. So quälte ich mich mit 7 km/h und weniger hinauf. Der Aufstieg schien nicht zu enden aber absteigen und laufen wollte ich nicht.. Irgendwie fuhr ich dann trotzdem an Einsiedeln vorbei. Es war genau gleich wie letztes Jahr: Eiskalte Temperatur um 11 °C, strömender Regen und starker Gegenwind.

Abb. 17: die mühsame Fahrt hinauf nach Einsiedeln; Temperatur 11 °C, strömender Regen

Und so fuhr ich auf der Hochebene, immer mehr mit dem Gedanken spielend, das Rennen aufzugeben. Ich wollte bei der bevorstehenden längsten Abfahrt des Rennens nichts riskieren. Doch ich quälte mich weiter, die Beine taten ihre Arbeit schon längst automatisch. Mental allerdings war ich am Boden, ich konnte mich nicht mehr motivieren. Ich hätte heulen können, so am Ende war ich. Und dann, plötzlich fuhr ich an den Strassenrand, stieg unter einem Dach vom Velo und sagte mir: das war es! Nachdem ich meine Gedanken gesammelt hatte, rief ich Alphonse an. Ein paar Minuten später zog ich trockene Kleider an, verstaute das Velo und stieg in das Auto. Nach 458 Kilometer gab ich das Rennen auf. 458 Kilometer auf dem Velo, ohne Schlafpause. Wir fuhren Richtung Emmenbrücke zum nächsten Checkpoint. Auf der Abfahrt sahen wir verschiedene Fahrer leiden. Gefährlich schwankten sie auf ihren Rädern, doch die meisten fuhren weiter. Mit einem komischen Gefühl im Magen, die "Prüfung" nicht bestanden zu haben, fuhren wir in Emmenbrücke ein und meldeten meine Aufgabe.

Abb. 18: Profil der 8. Etappe mit der Steigung hinauf nach Sattel und der anschliessenden Abfahrt

9. und 10 Etappe

Von nun an fuhren wir mit dem Auto die Strecke ab. Es war interessant zu sehen, wie die Fahrerinnen und Fahrer mit der Strecke zu kämpfen hatten. Währenddessen ich einige Fahrer filmte, ging mir immer wieder der gleiche Gedanke durch den Kopf. Wieso hatte ich aufgegeben? Nur noch 160 Kilometer hätte ich fahren müssen, nur noch....? Hatte ich wirklich alles gegeben? Schliesslich fuhren wir im Wankdorf ein. Niedergeschlagen nahm ich das Trikot entgegen und stieg wieder ins Auto und liess mich von meinem Begleiterteam nach Hause chauffieren.

9 Etappe:

Abb. 19: Verlauf der 9. Etappe mit Ziel Affoltern, Kt. Bern

Abb. 20: Profil der 9. Etappe mit verschiedenen kleineren Steigungen

10. Etappe:

Abb. 21: Verlauf der 10. Etappe; zurück nach Bern

Abb. 22: Profil der 10. Etappe mit kleiner Abfahrt nach Affoltern

5. Die mentale oder psychische Seite des Velorennens

Wie schon zu Beginn der Arbeit kurz erwähnt, ist es von absoluter Notwendigkeit, sich mental auf das grosse Rennen vorzubereiten. Vor Jahren habe ich ein Buch von James E. Loehr gelesen. Damals, um mich im Tennis besser in den Griff zu bekommen. Mit diesem Hintergedanken besuchte ich die Buchhandlung "Stauffacher" in Bern und begab mich auf die Suche nach Literatur, die mir bei der mentalen Vorbereitung würde helfen können. Schon bald wurde ich fündig. Ich kaufte von James E. Loehr das Buch "die neue mentale Stärke" und von Mihaly Csikszentamihalyi das Buch "Flow im Sport". Mein Ziel bestand darin, diese zwei Bücher noch vor dem Rennen zu studieren. Doch leider gelang mir das aus zeitlichen Gründen nicht. In den folgenden Zeilen möchte ich näher auf das Buch "Flow im Sport" eingehen und versuchen, das Gelesene mit dem Erlebten während dem Rennen zu verbinden.

5.1. Definition

Flow – was bedeutet dieser Begriff eigentlich überhaupt? Flow bezeichnet den Zustand, in dem sich Athleten befinden, wenn sie während dem Sport die intensivsten und denkwürdigsten Erlebnisse erleben, die man im Leben haben kann. Man befindet sich dabei in einer Art Trance. Viele Athleten beschreiben nach dem Wettkampf ein Glücksgefühl, das seinesgleichen sucht. Sie sind mit sich und der Umwelt zufrieden. Alles lief während dem Wettkampf perfekt. Ein Radrennfahrer beschreibt sein Zustand im Flow mit folgenden Worten:

"Normalerweise schweifen meine Gedanken ab, besonders wenn ich unter Druck stehe. Körperlich ging es mir ausgezeichnet. Du fühlst dich, als könne nichts schief gehen, und es gibt nichts, dass dich aufhalten oder sich dir in den Weg stellen kann. Und du bist bereit alles zu versuchen, du hast keine Angst, dass etwas passieren könnte, und es ist einfach begeisternd. Als alles vorbei war, konnte ich mich nicht beruhigen, so aufgedreht war ich. Am liebsten wäre ich den Berg wieder und wieder hinaufgefahren."

Folgende neun Punkte beschreiben den mentalen Zustand von Flow am besten:

  1. Balance zwischen Herausforderung und Können
  2. Verschmelzung von Körper und Geist
  3. klare Zielsetzung
  4. eindeutiges Feedback
  5. Konzentration auf die bevorstehende Aufgabe
  6. Kontrolle
  7. Befangenheit ablegen
  8. subjektive Wahrnehmung der Zeit
  9. autotelisches Erlebnis

Ich möchte, auf mein Rennen bezogen, auf die Punkte eins, drei und fünf genauer eingehen und so der Antwort auf die Frage, wieso ich versagt habe, ein bisschen näher kommen

5.2. Balance zwischen Herausforderung und Können

Die Herausforderung bei meinem Rennen bestand darin, die rund sechshundert Kilometer an einem Stück zu fahren, ohne Schlafpause in der Rennhälfte. Dies sollte eine Steigerung zum letzten Jahr sein, als ich, wie schon erwähnt, in der Streckenmitte eine Schlafpause eingelegt hatte. Ein Teil der Herausforderung machte natürlich auch der mentale Faktor aus. Ich wollte unbedingt wissen, wie es sich anfühlt, wenn man sich in einem Zustand der Trance befindet, während man immer noch Velo fährt.

Auf der anderen Seite der Waage steht das physische Leistungsvermögen. Immer wieder stellte ich mir die Frage, ist die nötige Kondition vorhanden? Früher als letztes Jahr begann ich mit dem Velo in die Schule zu fahren und regelmässige Touren zwischen 100 und 150 Kilometer zu unternehmen, bis ich das Velo zum Mechaniker bringen und ich für einen Monat mein Training unterbrechen musste. Kaum hatte ich das Velo zurück, begaben wir uns auf die Studienreise. Die Trainingspause verlängerte sich stetig. Die Schlechtwetterphase trug ihren beträchtlichen Anteil dazu bei. Plötzlich war der Renntag da und ich hatte zwei Monate zuvor nicht mehr trainiert. Ich redete mir ein, ich wäre fit, aber im Unterbewusstsein wusste ich genau, dass die Vorbereitung denkbar ungünstig war und ich alle Mühe haben werde, dieses Rennen durchzustehen.

5.3. klare Zielsetzung

Mein Ziel war schon bei der Anmeldung klar. Ich wollte das Rennen beenden, koste es was es wolle. Und zwar ohne Schlafpause. Des weiteren habe ich mir keine klaren Gedanke darüber gemacht, wie ich mit der Zeit umgehen wollte, wie ich meine Kräfte einteilen wollte usw.. Gelegentlich habe ich einen Blick auf die Mustermarschtabelle geworfen, sie aber eigentlich nie richtig zur Kenntnis genommen. Ich habe mir gesagt, du fährst einfach drauf los. Dies war ein Fehler, wie sich später herausstellen sollte. Statt der unkontrollierten Fahrt hätte ich eine klare Marschtabelle im Kopf haben müssen. Dies wäre ein wesentlicher Bestandteil der klaren Zielsetzung gewesen.

5.4. Konzentration auf die bevorstehende Aufgabe

Es fiel mir von Anfang an schwer, mich voll und ganz auf das grosse Rennen zu konzentrieren. Zum einen habe ich noch andere Verpflichtungen im Tennissport, die auch ihre Zeit in Anspruch nehmen und die ich nicht vernachlässigen wollte. Zum anderen war da natürlich noch die Schule, die mir gehörigen Druck aufsetzte, was die Noten angeht. Und so sass ich des öfteren hinter dem Schreibtisch an den Aufgaben, statt beim sonnigen Wetter eine Tour zu unternehmen. Allerdings war noch ein dritter Punkt für meine fehlende Konzentration verantwortlich: In meinem sozialen Umfeld lief nicht gerade alles wie am Schnürchen, ich hatte den Kopf voll mit diesem Problem. Auch während dem Rennen dachte ich immer wieder an diese Sache. So konnte ich nie den idealen Leistungszustand erreichen, der absolut nötig gewesen wäre, um die Aufgabe zu meistern. Natürlich befand ich mich durch die mangelnde Konzentration auch nie im Zustand des Flows. Der folgende Auszug beschreibt den Idealzustand während dem Rennen:

"Flow erfordert einen gegenwartsbezogenen Fokus, bei dem die Person völlig eins mit der Aktivität ist. Konzentration auf die vorliegende Aufgabe ist eines der sichersten Anzeichen dafür, dass man sich im Flow-Zustand befindet."

5.5. Schlussfolgerung

Nach diesen Erkenntnissen fällt es mir nicht mehr schwer, eine Antwort auf das "Warum habe ich versagt?" zu finden. Zum einen lag es an der mangelnden körperlichen Vorbereitung. Der weitaus grössere Faktor spielte aber der schlechte mentale Zustand.

Das Problem ist aber, dass ich kein Profiathlet bin und ich nicht viele Erfahrungen habe. So konnte ich die oben erwähnten Probleme nicht einfach abschalten und mich ganz auf das Rennen konzentrieren, wie es hätte sein sollen.(aus persönlichen Gründen bin ich nicht genauer auf die angesprochenen Probleme eingegangen.) Abschliessend noch ein Zitat aus dem Buch, wie ich mir meinen Zustand während dem Rennen gewünscht hätte.

"Es scheint nicht so, als würdest du auf einem Rennrad sitzen. Du hast das Gefühl, du gehörst zu einer komplexen Maschinerie, bei der alle Teile ineinandergreifen ... du fühlst dich als Teil dieser Maschine, mit der du geboren wurdest, und dementsprechend bewegst du dich auch!"

6. Auswertung des Fragebogens

Damit ich einen Vergleich zu den anderen Teilnehmer ziehen konnte, fertigte ich einen Fragebogen an.

Mein Ziel dieses Fragebogens war es, zu untersuchen, wie sich die verschiedenen Teilnehmer auf das Rennen vorbereitet hatten und welcher Streckenabschnitt am meisten Probleme darstellte. Schlussendlich wollte ich auch meine Erfahrungen mit denen der Teilnehmer vergleichen.

Die Auswertung des Fragebogens hat folgende wichtigsten Punkte ergeben:

Was mich am meisten erstaunt hat bei der Auswertung ist der mentale Punkt. Kaum jemand hat sich wirklich seriös auf die Aufgabe vorbereitet. Trotzdem erreichten viele das Ziel. Dieser Punkt zeigt für mich ganz klar auf, dass man alleine mit dem Willen und der körperlichen Vorbereitung einiges mehr erreichen kann, als man geglaubt hat. Man kann dieses Rennen ganz sicher beenden, wenn man einfach nur genügend Kilometer in den Beinen hat. Im Vergleich zum Race Across America; dort nützt es ganz sicher nichts, wenn man nur genügend Kilometer gefahren ist in der Vorbereitung, der mentale Faktor spielt dort fast die grössere Rolle als die körperliche Verfassung.

In meiner Kategorie waren 60 Teilnehmer gestartet und 54 erreichten das Ziel, was 90% enspricht. Der Schnellste hatte eine Zeit von 23 Stunden und 42 Minuten und der Langsamste eine Zeit von 39 Stunden und 18 Minuten.

Auch die unterschiedlichsten Vorbereitungen was die Trainingskilometer betrifft lässt ein paar Fragen offen. Allerdings gilt es hier noch zu erwähnen, dass der Teilnehmer mit bis zu 7000 Trainingskilometer ein Qualifikant für das RAAM ist.

7. Dank

An dieser Stelle möchte ich es nicht versäumen, einige dankende Worte an meine Unterstützer zu richten. Ohne die wäre das Unternehmen "Radmarathon" von Anfang an gescheitert.

Der grösste Dank gebührt Alphonse Fivaz und Danielle Hofer. Sie opferten sich auf, mich auf den gefahrenen Kilometer mit ihrem Auto zu begleiten. Aber nicht nur das. Sie filmten auch noch die ganze Zeit und interviewten mich an jedem Checkpoint (vgl Präsentation). Selbst als ich den Kerenzerberg hinauffuhr, waren sie nicht zu müde, mir den Weg auszuleuchten. Man stelle sich vor: Mit einem Auto fährt man 10 km/h um 03.00 Uhr morgens, nachdem du schon unzählige Stunden wach bist. Vielen Dank!

Des weiteren möchte ich auch recht herzlich dem Organisator der Veranstaltung, Thomas Hügli, danken. Er kopierte für mich die Fragebogen und legte sie im Startgelände auf, damit die Teilnehmer ein Exemplar nehmen konnten.

Ich möchte auch nicht missen, Martin Knöpfel, dem Geschäftsführer von "Mr. Feelgood" in Worb, zu danken. Er stellte mir gratis den Fahrradcomputer zur Verfügung, mit dem ich eine super Datenauswertung machen konnte Ausserdem trat er auch als Sponsor auf, indem er mir ein Trikot und Velohosen gratis zur Verfügung stellte. Danke!

Natürlich will ich auch Herrn Eggenberg danken, der mir tatkräftig zur Seite stand, als es galt, die Maturarbeit auf Blatt zu bringen. Er gab mir immer wieder wertvolle Tipps und Anregungen, die ich so gut wie möglich umzusetzen versuchte. Recht herzlichen Dank für den Aufwand!

Zum Schluss noch einmal allen Beteiligten ein riesiges Dankeschön. Ohne deren Unterstützung wäre die Realisation des Projektes nicht möglich gewesen!

Patrick Mayer

8. Quellen- und Bildverzeichnis

Bücher:

Grafiken:

Bilder: