Nicht jeder Arbeitnehmer schafft es seinen Beruf bis zum Rentenalter auszuüben. Körperliche Anstrengung und vor allem Stress sorgen häufig für eine frühzeitige Beendigung. Nach Statistik der deutschen Rentenversicherung muss jeder 5. Arbeitnehmer vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden. Auch Unfälle oder eine Krankheit können im Laufe der Zeit auftreten. Wer dann berufsunfähig wird, muss mit hohen Einkommensverlusten rechnen, denn die staatliche Absicherung ist sehr dürftig. Daher ist es wichtig, bereits in jungen Jahren eine private Absicherung zu haben. Hier bietet die Berufsunfähigkeitsversicherung einen optimalen Schutz.

Funktionsweise
Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung schließt der Arbeitnehmer einen individuellen Vertrag mit einem Versicherungsunternehmen ab. Kommt es im Laufe der Zeit zu einer Berufsunfähigkeit, erhält der Arbeitnehmer eine monatliche Zahlung. Voraussetzung ist allerdings, dass es sich um eine mindestens 50 Prozent starke Einschränkung handelt. Dazu ist es notwendig, sämtliche Bescheinigungen und Arztberichte der Versicherung vorzulegen. Steht die Berufsunfähigkeit eindeutig fest, erfolgt die festgelegte Zahlung. Dabei spielt das zuvor erhaltende Einkommen keine Rolle.

Private Absicherung
Die Berufsunfähigkeitsversicherung stellt eine sehr sinnvolle Absicherung dar. Von der Bedeutung her ist sie gleich nach der privaten Haftpflichtversicherung einzuordnen. Zwar hat ein Arbeitnehmer Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente, wenn dieser eine Tätigkeit mindestens fünf Jahre lang ausgeübt hat, doch fällt diese nur sehr gering aus. Im Jahr 2016 betrug die durchschnittliche Zahlung nur 697 Euro im Monat. Genaue Informationen können bei der jährlichen Renteninformation eingesehen werden. Außerdem sind an die Zahlung einer Erwerbsminderungsrente strenge Auflagen gekoppelt. In vielen Fällen werden die Anträge auf eine solche Zahlung abgewiesen. Daher ist eine private Vorsorge mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung absolut wichtig, denn ansonsten droht eine finanzielle Armut. Mithilfe einer solchen Versicherung gibt es viele Möglichkeiten die eigene Arbeitskraft ausreichend abzusichern.

Risikozuschläge
Die Beiträge für eine Berufsunfähigkeitsversicherung richten sich nach dem Alter, der beruflichen Tätigkeit und der Höhe der monatlichen Rentenzahlung. Allerdings kann zum Beispiel ein riskanter Beruf oder ein gefährliches Hobby zu einem Risikoaufschlag führen. Besonders Tätigkeiten als Pilot, Flugbegleiter oder Tauchlehrer gehören dazu. Hier ist es wichtig, sich im Vorfeld genau zu informieren. Auch gibt es Versicherungen, die solche Tätigkeiten überhaupt nicht versichern, da das Risiko hier zu hoch ist.

Hohe Absicherung
Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung ist es wichtig, eine mögliche monatliche Rentenzahlung ausreichend hoch zu setzen. Denn schließlich muss diese Zahlung ausreichen, um den eigenen Lebensunterhalt zu sichern. Als Richtwert gelten dabei 80 Prozent vom letzten Nettoeinkommen. Bei einem monatlichen Verdienst von 2.000 Euro sollte die Absicherung bei mindestens 1.600 Euro liegen. Selbstständige können einen Mittelwert vom Jahreseinkommen berechnen. Bestehen noch Einnahmen aus Kapitalanlagen oder einer Vermietung, kann die monatliche Absicherung etwas reduziert werden. Hier sollte im Vorfeld eine genaue Berechnung der jeweiligen Einkünfte erfolgen.